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 Bulgarien   

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 Stellungnahme der bulgarischen Lehrergewerkschaft 

 zur Klage gegen streikende Lehrer (25.05.08) 

Es geht um ein Gerichtsverfahren im Namen von fünf Eltern gegen die Leiter der Lehrergewerkschaften wegen des Streikes, weil die Eltern ihre Kinder fuer diskriminiert halten - sie haben waehrend des Streikes fuer Nachhilfeunterricht viel Geld bezahlen müssen.

In einem Schreiben an den Ausschussvorsitzenden, Kemal Eyup, weist der  Vorsitzende der CITUB/ Konföderation Unabhängiger Gewerkschaften in Bulgarien/ Zhelyazko Hristov darauf hin, dass das Verfahren gesetzwidrig und inakzeptabel sei.

CITUB wird eine gemeinsame Beschwerde gegen Bulgarien im Namen der Gewerkschaft, der Bildungsinternationale und des Internationalen Bundes der Gewerkschaften an den Ausschuss von Experten der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Umsetzung der Konventionen und Empfehlungen.

Das Verfahren ist eine Verletzung der Konvention № 87 der IAO über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Rechts der freien Vereinigung in Gewerkschaften aus dem Jahr 1948, ratifiziert von Bulgarien im Jahr 1959 und der Konvention № 98 der IAO für die Umsetzung der Grundsätze des Rechts der freien Vereinigung in Gewerkschaften und die Durchführung von Tarifverhandlungen von 1949, ratifiziert von Bulgarien im Jahr 1959 richten

Gründe für die Unzulässigkeit und Gesetzwidrigkeit des vorliegenden Verfahrens waren bei der ersten Sitzung des Ausschusses ausgesetzt.

Der Streik der bulgarischen Lehrer war der größte Streik, den es jemals in Bulgarien gab. Er zielte darauf ab, begründet das Einkommen, den gesellschaftlichen Status wie auch die Arbeitsbedingungen der bulgarischen Lehrern zu verbessern, meint die CITUB.

Die Gewerkschaften sagen, dass Bulgarien ihre Gewerkschaften zu einem Zeitpunkt verklagt, da die Lehrergewerkschaften und Organisationen in Europa die Schaffung eines europäischen Ausschusses für den sozialen Dialog im Bildungswesen anstreben.

In seinem Schreiben fordert Zhelyazko Hristov die Beendigung des Verfahrens gegen Yanka Takeva und Krum Krumov, da dieses ganz Bulgarien vor Europa und vor der zivilisierten Welt kompromittiert.

Übersetzt von Kamelia Mileva

(Offizielle ETHOS-Sprecherin für Bulgarien)

 

 

 In Bulgarien wird es Mode, Lehrerinnen im Unterricht zu verprügeln! (29.04.08) 

Zunehmend kommt es zu Aktionen in den bulgarischen Klassenzimmern, bei denen Lehrerinnen Opfer von Gewalttaten werden. Soweit ETHOS bekannt ist, häufen sich die Vorfälle. Eine dieser Schlägereien wurde aufgezeichnet und ist hier zu sehen (BG). Bislang wurde noch keiner der Täter der Schule verwiesen. DIES IST EIN SKANDAL! Es stellt sich die Frage, ob die Attacken der Schüler gegen Lehrerinnen von irgendjemandem initiiert werden und ob eine bestimmte Absicht damit verbunden ist, die unter Umständen mit dem Streik der bulgarischen Lehrer im vergangenen Jahr zu tun haben könnte.  

ETHOS wird weiter recherchieren! 

weblinkHier nochmals der Video-Link (bei VBOX7)

 

 Soziale Missstände erschweren Kampf gegen Korruption 

 in Bulgarien und Rumänien (13.02.2008) 

Von Rechtsstaatlichkeit im Sinne der Europäischen Union ist Bulgarien auch ein gutes Jahr nach dem EUBeitritt noch ein gehöriges Stück entfernt. Dies zeigt eine Novelle der Strafgesetzordnung, die das Parlament in Sofia in der Vorwoche verabschiedete. Ziel ist es, den in der Balkanrepublik üblichen Stimmenkauf bei Wahlen einzudämmen. Künftig soll diese Form der Korruption straffrei bleiben, wenn die Delinquenten zur Aufklärung beitragen. Wie bulgarische Medien berichteten, können bisher für umgerechnet je 20 Euro Stimmen – zumeist von bettelarmen Roma – gekauft werden.

Es sind derartige Praktiken, die den Zwischenbericht der EU-Kommission vom Anfang dieses Monats zu Bulgarien und Rumänien, wo ebenfalls verbreitete Korruption bis in höchste Ebenen beklagt wurde, kritisch ausfallen lassen. Über beiden Ländern, die seit gut einem Jahr EU-Mitglieder sind, schwebt damit weiter das Damoklesschwert von Schutzklauseln. Wenn sich im Rechtssystem nichts oder zu wenig tut, kann Brüssel die Mitgliedsrechte der EU-Neulinge aussetzen.

Ein umfassendes Urteil fällt die Kommission im Sommer dieses Jahres. Der bulgarische Innenminister Rumen Petkow beeilte sich, die Brüsseler Mahnung herunterzureden : Die Vorgänge im Lande seien unumkehrbar" und das System arbeitet ". Immerhin konstatierte die EU-Kommission auch erste Fortschritte bei den Justizreformen in beiden Staaten.

Dass Bestechung und Bestechlichkeit zwischen Karpaten und Rila-Gebirge weiter zum Alltag gehören, kann indes kaum verwundern. Die Lebensverhältnisse der breiten Masse der Bevölkerung bleiben trotz des bejubelten EU-Status ‘ kompliziert. Denn die Anpassung an die EU-Standards in Industrie, Landwirtschaft oder Umweltschutz kostet Geld. Dementsprechend gehen die Preise nach oben, die Gehälter aber nicht. In Rumänien liegt der Mindestlohn bei Nokia-freundlichen 160 Euro im Monat, das Lehrer-Salär in Bulgarien betrug noch im Vorjahr durchschnittlich 170 Euro.

Die miese Bezahlung brachte die bulgarischen Pädagogen denn auch auf die Barrikaden : Über Wochen war die Schulausbildung im Herbst 2007 durch einen landesweiten Lehrerstreik praktisch lahm gelegt. Gefordert worden war eine Verdopplung der Gehälter. Erreicht wurden schließlich im November 20 Prozent mehr Geld für die Lehrer und die Zusage, dass der Durchschnittslohn bis Juni 2008 auf rund 320 Euro steigen soll.

Bei derartigen existenziellen Problemen verwundert es nicht, dass das Bildungswesen am Boden liegt. Wenn der jüngste EUBildungsbericht vom Montag dieser Woche erhebliche Leseschwächen junger Europäer offenbart, so liegt Bulgarien – wieder in trauriger Gemeinschaft Rumänien – ganz hinten. Mehr als die Hälfte aller 15-Jährigen begreift in diesen beiden Ländern einen gelesenen Text nicht.

Bulgarische Ärzte und Krankenschwestern haben die Lehrer inzwischen an der Streikfront abgelöst. Der Gesundheitssektor ist seit Jahren von keiner Reform mehr gestreift worden – weder bei Löhnen und Gehältern noch bei der Ausstattung der Kliniken. Das macht den Aufenthalt zum riskanten Abenteuer. Die Bulgaren können vorerst nur beten, nicht ins Krankenhaus zu müssen.

weblinkQuelle: volksstimme.de

 

 Bulgarien plant Religionsunterricht (06.02.2008) 

1945 wurde der Religionsunterricht in Bulgarien abgeschafft - nun wird über seine Wiedereinführung diskutiert. Bojko Pentschev plädiert dafür, zugleich das Fach Ethik als Alternative anzubieten. "Der Vorschlag sieht Religion als Wahlpflichtfach für die Klassen 1 bis 12 mit einem ausdrücklich weltlichen Charakter vor. Es soll Wissen über verschiedene Religionen (mit dem Schwerpunkt Christentum) vermitteln, aber auch Verständnis und Achtung gegenüber anderen Glaubensrichtungen... Ein solcher Unterricht sollte mit dem Fach Ethik einhergehen, denn es wird Eltern geben, die ihre Kinder nicht in den Religionsunterricht schicken wollen – und das ist ihr gutes Recht. Sie können Atheisten sein oder orthodoxe Gläubige, die die weltliche Behandlung des Stoffes nicht akzeptieren. Sie haben ein Recht auf 'Nein', besonders in einem Staat, der eine traurige Erfahrung mit der Indoktrination bestimmter 'Werte' gemacht hat."

weblinkQuelle: Eurotopics (DE)
weblinkQuelle: dnevnik.bg (BG)

 

 Entlassungen statt Gehaltserhöhungen! (23.01.2008)  

 ETHOS-Vorschlag: Zeigt ihnen wie es ist, ein Land OHNE Lehrer zu sein!

(Elitsa Savova)
 

Teachers’ gross salary in most of the schools would not reach 650 leva as promised by the Cabinet in the autumn of 2007 after a one-month teachers' strike.

According to the new budget and the state subsidy for students, which were approved by the Cabinet and went into force in the beginning of 2008, some teachers and other school staff would be dismissed. The state would not fund additionally the secondary education sector, Dnevnik daily reported.

The municipalities themselves would have to fund the schools to secure their survival or would have to close the most unprofitable ones, Dnevnik said.

The only schools the state would fund additionally were the so-called “protected schools”. The status protected school would be given each year, beginning with the school year 2008-2009 to schools which were located at more than 20 km away from the nearest highschool. The amount of the additional funding will be allocated individually to each school.

Boyan Zahariev, programme director of the Open Society Institute, said that the decision of the Cabinet on the funding was taken hastily and an average state subsidy of 1151 leva per student was insufficient. As a result, the education system would have problems for at least the next three years. “There will be bankruptcies,” he said.

Deputy Sofia mayor Iordanka Fandukova said that situation in Sofia was ‘dramatic’ as there were many schools in the city and the student subsidy was the lowest, 980 leva. Dismissal of teachers was inevitable, she said.

The money for schools in Sofia would be 15 million leva less than in 2007 and would finish by June, Fandukova said. The situation would be worse in schools with less than 800 students.

Education Ministry admitted that there would be problems, but only in schools with small classes, because the state funding would depend on the number of classes and students in the schools.

weblinkQuelle: Sofiaecho.com (GB)

 

 Bulgarian schools lack IT and foreign language teachers (02.01.2008) 

Schools in Bulgaria suffered a lack of qualified teachers in information technologies and foreign languages.

Vanya Kastreva, head of Sofia educational inspectorate said that there was a great fluctuation of teachers in these positions because qualified teachers were finding better-paid jobs.

The schools in Sofia managed to make both ends meet, but often the quality of education was unsatisfactory.

Sofia deputy mayor responsible for education Iordanka Fandukova said that once there was a list of teachers waiting to be appointed and now there was a lack of specialists. Most of the teachers in Sofia and elsewhere in the country were close to retirement or appointed on temporary contract. Young people were not interested in the profession at all. Low salaries were not the only reason, young people were not motivated to be teachers, she said as quoted by Dnevnik daily.

According to the new educational plans, more IT and foreign languages classes would be included in the study programmes of high schools, which increased the risk of chaos, caused by the lack of teachers, she said.

Bourgas regional educational inspectorate said that the problem was not that serious because there were constantly re-qualification courses.

Varna, Bourgas, Plovdiv and Pleven regional educational inspectorates also said that they did not have sufficient IT and language teachers.

Confederation of Labour Podkrepa representative Kroum Kroumov said that it was normal that IT and foreign language teachers would be tempted by higher salaries, as there was lack of employees with these skills in several sectors. Still, other teachers had nowhere to go and would remain at schools. Moreover, the salaries increased significantly and an experienced teacher would receive more than 550 leva monthly wage, he said.

weblink_extQuelle: Sofiaecho.com (GB)

 

 Neue Lehrerstreiks in Bulgarien? (13.12.2007) 

  ETHOS-Kommentar: Das wollen wir doch sehr hoffen! 

Die bulgarischen Lehrer haben sich zu einem zweiten Streik in diesem Schuljahr entschlossen. Diesmal soll es nicht um höhere Gehälter, sondern um die Bildungsausgaben insgesamt gehen: 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hält die Lehrergewerkschaft für unzureichend. Dolores Witanowa kritisiert, die Lehrer hätten bei ihrem ersten Streik, der 40 Tage dauerte, zu viele Fehler gemacht: "Zunächst haben sie für mehr Geld gekämpft. Aber als man sich bei Verhandlungen einigte, haben sie begriffen, dass ihre Rechnung nicht aufging. Viele Lehrer fühlten sich verraten und manche haben den Streik aufgegeben... Die Probleme in der Bildung sind nicht neu. Aber jede Regierung gibt der nächsten die Reform wie eine heiße Kartoffel weiter. Wenn die Reform jetzt noch einmal verschoben wird, werden wir bald sogar Rumänien hinterherhinken."

weblinkQuelle: Eurotopics

 

 Streik ist nur ausgesetzt! 

Nach den beleidigenden Angeboten der bulgarischen Regierung ist der Streik der Lehrer nur ausgesetzt!

Zuletzt hatte die Regierung einen unverständlichen Rückzieher gemacht.

Von den bereits angebotenen 79% Gehaltssteigerung zog man sich zurück auf umgerechnet 18%.  

Verständlicherweise haben die bulgarischen Kollegen einen erneuten Streik für Januar oder Mai 2008 angekündigt.

 

 Links: 

weblinkEurybase: Das Bildungswesen in Bulgarien (pdf)

weblinkLänderprofil: Bulgarien (online-version)

 


 
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